Digital Health
Niedersachsens Hausärzte digitalisieren den Impfpass
Mit einer in ihrem Auftrag entwickelten App wollen die Hausärzte in Niedersachsen das Impfmanagement voranbringen. Die Anwendung soll allen Kassen, PKV-Unternehmen und Ärzten angeboten werden.
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Impfen bringt‘s – in Niedersachsen wird dafür jetzt wieder intensiver in Hausarztpraxen geworben.
© AOK Bundesverband
Hannover. Eine neue Impf-App des Niedersächsischen Hausärzteverbands soll das Impfmanagement verbessern. Dr. Matthias Berndt, Vorsitzender des Niedersächsischen Hausärzteverbandes, stellte am Freitag in Hannover eine Demo-Version der neuen Smartphone-Applikation vor; Anlass war der Beginn der Aktion „Hausärztliche Impfwochen“.
Die App wurde von der Gesellschaft zur Förderung der Impfmedizin (GZIM) im Auftrag der Hausärzteverbände Niedersachsen und Braunschweig für den gesamten hausärztlichen Versorgungsbereich in Deutschland entwickelt, wie Matthias Burmeister, Geschäftsführer des Niedersächsischen Hausärzteverbandes, erklärte. Herzstück der Neuentwicklung: Impfdaten können leicht zwischen Arzt und Patient ausgetauscht werden.
Erstmal alles kostenlos
Dazu muss der Patient zunächst die App herunterladen und einen Hausarzt haben, der das ärztliche Gegenstück zur Patienten-App auf seinen Rechner heruntergeladen hat, die „impf.app Praxis“. Die Verbindung beider Apps läuft über einen QRCode, der auf dem Smartphone des Patienten eine TAN generiert, die der Arzt oder eine MFA in die impf.app Praxis eingibt.
„Unsere Erfahrungen in der Hausarztpraxis zeigen, dass Impfpässe oft nicht lesbar, unvollständig und so gut ‚wegsortiert‘ werden, dass man sie nicht wiederfindet“, so Berndt. „Außerdem stellen wir auch immer wieder fest, dass notwendige Zweit- oder Drittimpfungen zur Erlangung des vollständigen Impfschutzes oder Auffrischungsimpfungen oftmals von den Patienten nicht wahrgenommen werden.“
Auch wenn eine Patientin sich etwa von ihrer Gynäkologin gegen Grippe impfen lässt und die Daten in ihrer impf.app speichert, kann der Hausarzt beim nächsten Kontakt mit der Patientin die neuen Daten von ihr erhalten, prüfen und einpflegen. Dazu vergleicht er die Angaben des Impfausweises, den die Gynäkologin ausgefüllt hat, mit den Daten der impf.app seiner Patientin.
Noch muss der Arzt hinnehmen, dass er mit dem Ausfüllen des Impfausweises und seiner App etwas mehr Arbeit hat. „Wir sind aber schon mit einigen Kassen im Gespräch, wie man die komplette digitale Impfdokumentation über einen Pilot-Rahmenvertrag testen könnte“, sagt Burmeister.
Start der App nach dem Jahreswechsel?
Die App ist für die Patienten in der Basisversion kostenlos und zunächst auch für die Praxen, versichert Burmeister. Sie gehöre der hausärztlichen Servicegesellschaft Niedersachsen. Der Hausärzteverband wolle die „impf.app“ künftig allen Krankenkassen, Privatversicherten und Ärzten anbieten. Ob und wieviel die Anwendung Ärzte am Schluss kosten wird, könne man noch nicht sagen, so Burmeister. Hausärzte-Chef Berndt rechnet mit dem Start der App nach dem Jahreswechsel.
Während der Niedersächsischen Impfwochen vom 22. November bis zum 22. Dezember sollen sich die rund 5 000 Hausärzte im Land intensiv dem Impfschutz ihrer Patienten widmen. Hierfür haben die Verbände die Praxen mit Informationsmaterialien ausgestattet.
Weitere Informationen: www.impf.app