Nach Strafandrohung aus Ministerium

KV Sachsen will hautärztliche Versorgung in Ostsachsen puschen

Nachdem das Sozialministerium der KV ein monatliches Zwangsgeld von 25.000 Euro angedroht hatte, will diese nun finanzielle Anreize für niedergelassene Dermatologen bieten – und Telemedizin forcieren.

Veröffentlicht:
Um die prekäre hautärztliche Versorgung in Ostsachsen zu verbessern, setzt die KV auf neue Anreize. (Symbolbild)

Um die prekäre hautärztliche Versorgung in Ostsachsen zu verbessern, setzt die KV auf neue Anreize. (Symbolbild)

© Alexander Raths / stock.adobe.com

Dresden. Die KV Sachsen will nach dem Verfahren des Landessozialministeriums gegen sie die hautärztliche Versorgung in Ostsachsen verbessern. Dazu will die KV Sachsen nach Informationen der Ärzte Zeitung unter anderem auf finanzielle Anreize für niedergelassene Mediziner und Telemedizin setzen. Das Sozialministerium hatte im vergangenen Jahr ein Verfahren gegen die KV geführt, weil die hautärztliche Versorgung dort äußerst schlecht ist.

Laut dem Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in Sachsen besteht seit Oktober 2020 in der Region Löbau-Zittau bei den Hautärzten Unterversorgung. Das Sozialministerium war aktiv geworden, weil vier von vier vorgesehenen Stellen bei Hautärzten nicht besetzt sind. Das heißt, dass dort seit Juli 2022 gar kein niedergelassener Hautarzt mehr tätig ist. In der Region leben rund 115.000 Menschen.

Neues Vergütungskonzept von April 2023 an

Bei dem Verfahren hatte das Ministerium der KV ein monatliches Zwangsgeld von 25.000 Euro angedroht. Der KV-Vorstandsvorsitzende Dr. Klaus Heckemann hatte angekündigt, dass sich die KV mit allen rechtlichen Mitteln wehren werde, wenn es zum wirksamen Erlass des Verpflichtungsbescheides und damit zur Strafzahlung kommen sollte. Das Ministerium verhängte schließlich keine Strafzahlung und forderte stattdessen die KV auf, in regelmäßigen vorgegebenen Abständen dem Ministerium über die Versorgungssituation im hautärztlichen Planungsbereich Löbau-Zittau zu berichten.

Die KV will nun ein Vergütungskonzept von April 2023 umsetzen, das der Ärzte Zeitung vorliegt und den Titel „Teledermatologisches Projekt in Ostsachsen“ trägt. Demnach soll es eine einmalige Anschubfinanzierung für Technik für teilnehmende Mediziner geben. Beteiligte Hausarztpraxen sollen als zusätzliche Vergütung 15 Euro je markiertem und weiterbehandeltem Patienten erhalten. Bei teilnehmenden Dermatologen soll der Zuschlag ebenfalls bei 15 Euro je Patient liegen.

Die KV wollte sich auf Nachfrage nicht weiter dazu äußern und verwies darauf, erst im Februar über Projektbeginn und Umsetzung informieren zu wollen. (sve)

Jetzt abonnieren
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Lebendimpfstoff untersucht

Impfung gegen Herpes zoster könnte auch Demenz vorbeugen

Neue Therapie bei Schuppenflechte

Orales Biologikum bei Psoriasis auf dem Prüfstand

Das könnte Sie auch interessieren
Wie kann Microneedling die Heilung der Haut verbessern?

© marcinm111, überarbeitet von Brickenkamp PR

Moderne Narbentherapie

Wie kann Microneedling die Heilung der Haut verbessern?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Den Diabetischen Fuß verhindern – gute Fußpflege zählt

© (sasirin pamai | iStock)

Diabetes & Dermatologie

Den Diabetischen Fuß verhindern – gute Fußpflege zählt

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Aktuelles Fachwissen auf medbee

© Brickenkamp PR | Bayer Vital GmbH | Springer Medizin Verlag GmbH

Dermatologie im Fokus

Aktuelles Fachwissen auf medbee

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Wie patientenzentriert ist unser Gesundheitssystem?

© Janssen-Cilag GmbH

Video

Wie patientenzentriert ist unser Gesundheitssystem?

Kooperation | In Kooperation mit: Janssen-Cilag GmbH
Höhen- oder Sturzflug?

© oatawa / stock.adobe.com

Zukunft Gesundheitswesen

Höhen- oder Sturzflug?

Kooperation | In Kooperation mit: Janssen-Cilag GmbH
Patientenzentrierte Versorgung dank ePA & Co?

© MQ-Illustrations / stock.adobe.com

Digitalisierung

Patientenzentrierte Versorgung dank ePA & Co?

Kooperation | In Kooperation mit: Janssen-Cilag GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Weniger als 50% der Systemtherapie-geeigneten Patientinnen und Patienten werden auch eine Systemtherapie beginnen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [15]

Atopische Dermatitis

Optimale Krankheitskontrolle mit der richtigen Behandlung für höhere Patientenzufriedenheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: AbbVie Deutschland GmbH und Co. KG, Wiesbaden
JAK-Inhibitor: Zulassungserweiterung bei Jugendlichen mit AD

© Cunaplus_M.Faba / Getty Images / iStock

Atopische Dermatitis

JAK-Inhibitor: Zulassungserweiterung bei Jugendlichen mit AD

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: AbbVie GmbH und Co. KG, Wiesbaden
Abb. 1: Behandlungsalgorithmus für das lokal fortgeschrittene BCC

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [1]

Fortgeschrittenes Basalzellkarzinom

Management der Langzeittherapie mit Sonidegib

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sun Pharmaceuticals Germany GmbH, Leverkusen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Zwischenfälle in der Chirurgie

Gossypibom: Vergessene Operationsunterlage postoperativ entdeckt

Lesetipps
Schutzmaßnahmen müssten immer wieder überprüft und angepasst werden, um unbefugte Zugriffe auf die Praxis-IT und damit auf die besonders sensiblen Patienten- und Abrechnungsdaten zu verhindern, so KBV-Vorstandsmitglied Dr. Sibylle Steiner.

© BRN-Pixel - stock.adobe.com

Cybersicherheit

IT-Sicherheitsrichtlinie gibt Arztpraxen ab Oktober neue Aufgaben

Bei der interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie arbeiten Ärzte, Psychologen und Physio- und Ergotherapeuten zusammen nach einem gemeinsamen Konzept.

© Getty Images / iStockphoto

Ambulante Angebote fehlen

Konservativ-multimodale Schmerztherapie – wo stehen wir?

Die Ärzte Zeitung hat jetzt auch einen WhatsApp-Kanal.

© prima91 / stock.adobe.com

News per Messenger

Neu: WhatsApp-Kanal der Ärzte Zeitung