Neue Wege

In Mecklenburg-Vorpommern kommt das Herz-MRT zum Patienten

In Mecklenburg-Vorpommern kommt die Technik zum Patienten: Mobile Kardio-Diagnostik könnte die ländliche Versorgung voranbringen.

Dirk SchnackVon Dirk Schnack Veröffentlicht:
Schweres Gerät: Mecklenburg-Vorpommern geht in Sachen Herz-MRT neue Wege.

Schweres Gerät: Mecklenburg-Vorpommern geht in Sachen Herz-MRT neue Wege.

© HerzCheck

Wolgast/Berlin. MRT-Untersuchungen des Herzens auch auf dem Land: Dieses Ziel verfolgt das Projekt „HerzCheck“ für die Bundesländer Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Die dafür erforderliche mobile MRT-Einheit wurde von Mecklenburg-Vorpommerns Landesgesundheitsminister Harry Glawe (CDU) in Wolgast gestartet.

„Das Projekt HerzCheck ermöglicht eine moderne Herzinsuffizienz-Diagnostik direkt vor Ort. Die Geräte für eine magnetresonanztomografische Untersuchung werden dorthin gebracht, wo sie in Praxen oder Kliniken nicht vorhanden sind. So haben Patienten kürzere Wege“, so Glawe zum Start des Projektes. Er betrachte die mobilen Einheiten als Instrument, die flächendeckende Versorgung zu stärken.

Die Ärztliche Direktorin des Kreiskrankenhauses in Wolgast, Dr. Maria Zach, begrüßte die neuen diagnostischen Möglichkeiten. „Am Kreiskrankenhaus Wolgast können wir für unsere Patientinnen und Patienten eine qualitativ hochwertige Herzdiagnostik nutzen. In der Fläche besteht diese Möglichkeit sehr häufig nicht. Der MRT-Truck ist landesweit somit eine sinnvolle Ergänzung zu den vorhandenen Kliniken und Praxen.“

Befundung am Herzzentrum Berlin

Die mobilen MRT-Einheiten können an regionalen Kliniken und an ambulanten Einrichtungen wie etwa Ärztehäusern aufgestellt werden. Die MRT-Untersuchung wird von geschultem Personal vorgenommen, die Untersuchungsdaten anschließend online an das Deutsche Herzzentrum Berlin (DHZB) übermittelt. Die telemedizinische Befundung der Aufnahmen erfolgt durch Ärzte des DHZB, das auch die medizinische Projektleitung übernimmt.

Die Patienten werden anschließend abhängig vom Schweregrad des Befundes in unterschiedliche Behandlungsgruppen zur wohnortnahen Prävention und Therapie bei Haus- oder Fachärzten eingeteilt. Die Ärzte vor Ort bestimmen auf Grundlage des Befundes die weiteren ambulanten oder stationären Therapiemaßnahmen.

Ein Jahr nach der Erstuntersuchung wird der gesundheitliche Zustand aller Patienten mit auffälligem Befund erneut untersucht und der Therapieerfolg wissenschaftlich evaluiert. Auch eine Teilgruppe mit unauffälligem Befund wird als Stichprobe erneut untersucht.

Früherkennung Herzinsuffizienz

Ziel des HerzChecks ist es, eine Herzinsuffizienz bei Patienten mit Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und so die Prognose und Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Auch eine Senkung der Folgekosten einer erst spät diagnostizierten Herzinsuffizienz zählt zu den Zielen.

Das Projekt wird vom Innovationsfonds des GBA mit über sieben Millionen Euro gefördert. Konsortialpartner sind die AOK Nordost, die Firma medneo als Betreiberin der mobilen MRT-Systeme sowie der IT-Technologie, das Herz- und Gefäßzentrum Bad Bevensen, die Universitätsmedizin Göttingen, die Universitätsklinik Köln sowie das Universitätsklinikum Heidelberg.

Jetzt abonnieren
Mehr zum Thema

Politik und Wissenschaft werden verzahnt

Beirat Demenz nimmt in Mecklenburg-Vorpommern Arbeit auf

Landtagsdebatte in Schwerin

Das Drug-Checking-Mobil polarisiert die Politik im Nordosten

Das könnte Sie auch interessieren
Innovationsforum für privatärztliche Medizin

© Tag der privatmedizin

Tag der Privatmedizin 2024

Innovationsforum für privatärztliche Medizin

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Eine Sanduhr, durch die Geldstücke fall

© fotomek / stock.adobe.com

Tag der Privatmedizin 2024

Outsourcing: Mehr Zeit für Patienten!

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Buch mit sieben Siegeln oder edles Werk? KI-Idee einer in Leder eingebundenen neuen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)

© KI-generiert mit ChatGPT 4o

Exklusiv Entwurf unter der Lupe

Das brächte Ihnen die neue GOÄ

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH
Medizinischer Infusions-Tropf mit buntem Hintergrund

© Trsakaoe / stock.adobe.com

Hochdosis-Therapie

Vitamin C bei Infektionen und Long-COVID

Anzeige | Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH
Internationaler Vitamin-C-Kongress im Juni

© Spinger Medizin Verlag

Vitamin C als hochdosierte Infusionstherapie

Internationaler Vitamin-C-Kongress im Juni

Anzeige | Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Studie HF-OPT: Verbesserte LVEF unter medikamentöser Behandlung + Defibrillatorweste (Tag 0–90) und nachfolgender medikamentöser Behandlung (Tag 90–360)

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion

Optimale medikamentöse Therapie plus Defibrillatorweste schützt vor Plötzlichem Herztod

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Von der Grundlagenforschung zu wegweisenden Therapien

© Alnylam

Pionier der RNAi-Technologie

Von der Grundlagenforschung zu wegweisenden Therapien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kanadische Fall-Kontroll-Studie

Erhöhte Hypoglykämie-Gefahr nach Beginn einer Betablocker-Therapie beobachtet

Interview

Radiologen zur Herz-CT: „Wir haben jetzt neue Behandlungspfade“

Lesetipps
Ein Patient überprüft seinen Blutdruck und seine Herzfrequenz zu Hause mit einem digitalen Blutdruckmessgerät.

© Kotchakorn / stock.adobe.com

Fünf Studien

Lohnt sich Blutdrucksenkung unter 120 mmHg?

Die Ärzte Zeitung hat jetzt auch einen WhatsApp-Kanal.

© prima91 / stock.adobe.com

News per Messenger

Neu: WhatsApp-Kanal der Ärzte Zeitung