2G?

Verbände fordern Corona-Zutrittsbeschränkungen für Unikliniken und Fakultäten

Hochschulmediziner wollen die 2G-Regel in Unikliniken, außer für Besucher. Gastroenterologen raten derweil indirekt Endoskopien nur bei Geimpften durchzuführen.

Veröffentlicht:
Genesen oder geimpft sollte in Sachen Corona an Universitätskliniken und Medizinischen Fakultäten gelten, meint die Deutsche Hochschulmedizin.

Genesen oder geimpft sollte in Sachen Corona an Universitätskliniken und Medizinischen Fakultäten gelten, meint die Deutsche Hochschulmedizin.

© Wolfgang Kumm/dpa

Berlin/Ulm. Die Deutsche Hochschulmedizin plädiert dafür, an Universitätskliniken und Medizinischen Fakultäten die 2G-Regel (COVID-Genesene oder Geimpfte) anzuwenden. Dies sei in der Krankenversorgung ein wichtiger Beitrag im Sinne der Patientensicherheit, so Professor Jens Scholz, 1. Vorsitzender des Verbandes der Universitätsklinika Deutschlands. Auch wenn in den Unikliniken eine sehr hohe Impfquote gegen das Coronavirus erreicht worden sei, werde mit dieser Vorsichtsmaßnahme weiteres Vertrauen bei Patienten geschaffen.

Dies sollte auch für die Medizinstudenten gelten, fordert Professor Matthias Frosch, Präsident des Medizinischen Fakultätentags: „Sie haben im Rahmen ihrer praktischen Ausbildung Kontakt zu Patientinnen und Patienten und sollten diesbezüglich mit den Mitarbeitenden in den Unikliniken gleichgestellt sein.“

Für Besucher der Unikliniken sollte nach dem Willen des Verbands die 3G-Regel (geimpft, genesen und getestet) gelten. Damit könne auch der Kontakt von Patienten zu Kindern und anderen Menschen, die aus verschiedenen Gründen nicht geimpft werden können, unter Beachtung der allgemeinen Hygieneregeln aufrechterhalten werden.

Endoskopien nur für Geimpfte?

Der Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands rät seinen Mitglieder unterdessen indirekt, Endoskopien nur noch bei gegen SARS-CoV-2 geimpften Patienten vorzunehmen.

Zwar könne der Verband Praxisinhabern „keine Empfehlung für eine generelle Einforderung der 3G- oder gar 2G-Regel in der Praxis geben“, so Sprecherin Dr. Katja Klugewitz, dies müsse jeder Arzt für sich selbst entscheiden. Aber man empfehle unter dem Eindruck der Delta-Welle allen Patienten im Interesse und zur Sicherheit aller Beteiligten, sich vor planbaren Untersuchungen gegen Corona impfen zu lassen.

Klugewitz verweist angesichts der Delta-Variante und der abebbenden Impfbereitschaft auf das Infektionsrisiko für das Praxispersonal. Die überwiegende Anzahl der Patienten, die in die gastroenterologischen Praxen kämen, seien keine Notfälle, sondern kämen zur endoskopischen Abklärung von Verdauungsbeschwerden, zur Behandlung chronischer Beschwerden oder zur Darmkrebsvorsorge. Von daher sei eine vorherige Impfung zumutbar. (bar)

Jetzt abonnieren
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Wie patientenzentriert ist unser Gesundheitssystem?

© Janssen-Cilag GmbH

Video

Wie patientenzentriert ist unser Gesundheitssystem?

Kooperation | In Kooperation mit: Janssen-Cilag GmbH
Höhen- oder Sturzflug?

© oatawa / stock.adobe.com

Zukunft Gesundheitswesen

Höhen- oder Sturzflug?

Kooperation | In Kooperation mit: Janssen-Cilag GmbH
Patientenzentrierte Versorgung dank ePA & Co?

© MQ-Illustrations / stock.adobe.com

Digitalisierung

Patientenzentrierte Versorgung dank ePA & Co?

Kooperation | In Kooperation mit: Janssen-Cilag GmbH
Salesforce hilft Kliniken, die Versorgungsqualität zu verbessern

Value Based Healthcare

Salesforce hilft Kliniken, die Versorgungsqualität zu verbessern

Kooperation | In Kooperation mit: Salesforce Germany GmbH
Kommentare
Dr. Gundolf Trapp 05.09.202111:14 Uhr

Wenn es wirklich um Patientensicherheit geht, ist die einzige logische Konsequen, dass sich alle (allso auch geimpfte) Mitarbeiter und Patienten testen. Impfungen schützen vor schweren Verläufen, aber nicht vor Transmission. Selbst Herr Drosten gibt zu, dass 3-6 Monate nach Impfung eine Virusübertragung möglich ist. Logische Schlussfolgerung im medizinischen Bereich 1G-Regel = Testpflichtfür alle!

Sonderberichte zum Thema
Porträts: [M] Feldkamp; Luster | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

© Porträts: [M] Feldkamp; Luster | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Kommen die Kröpfe zurück nach Deutschland?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
Abb. 1: Verlauf der eGFR in der placebokontrollierten Phase bis Woche 26 und der anschließenden offenen Verlängerungsphase mit Palopegteriparatid

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [8]

Chronischer Hypoparathyreoidismus

Wiederherstellung der PTH-Spiegel über den ganzen Tag kann Nierenfunktion verbessern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Ascendis Pharma GmbH, Heidelberg
Prof. Dr. Zitzmann ist Oberarzt in der Andrologie am Uniklinikum Münster und Experte für die Behandlung von Testosteronmangel.

© Porträt: Wilfried Gerharz | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel erkennen und behandeln!

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kanadische Fall-Kontroll-Studie

Erhöhte Hypoglykämie-Gefahr nach Beginn einer Betablocker-Therapie beobachtet

Interview

Radiologen zur Herz-CT: „Wir haben jetzt neue Behandlungspfade“

Lesetipps
Eine Hand kratzt einen Ausschlag auf der Haut.

© Suriyawut / stock.adobe.com

Lebendimpfstoff untersucht

Impfung gegen Herpes zoster könnte auch Demenz vorbeugen

Ein Patient überprüft seinen Blutdruck und seine Herzfrequenz zu Hause mit einem digitalen Blutdruckmessgerät.

© Kotchakorn / stock.adobe.com

Fünf Studien

Lohnt sich Blutdrucksenkung unter 120 mmHg?