Uniklinik Halle

Hausärzte warnen vor Schließung

Dem Rotstift der Landesregierung von Sachsen-Anhalt könnte die Uniklinik Halle zum Opfer fallen. Der Hausärzteverband warnt davor.

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MAGDEBURG. Der Hausärzteverband in Sachsen-Anhalt hat vor einer Schließung der Uniklinik Halle gewarnt. "Die Sparmaßnahmen gefährden die medizinische Versorgung", sagte Landes-Chef Andreas Petri.

Derzeit wird in der schwarz-roten Landesregierung diskutiert, in welcher Form die Universitäten rund 50 Millionen Euro einsparen können. Zur Disposition stand dabei vor allem die Uniklinik Halle. Ende Mai soll bei einer Haushaltsklausur über die Zukunft beraten werden.

Petri befürchtet, dass durch eine Schließung der Fakultät dramatische Versorgungsengpässe entstehen. Auch eine Reduzierung der derzeitigen Studentenzahlen hätte dramatische Auswirkungen.

"Statt über den Wegfall eines universitären Standortes muss vielmehr über Spezialisierungen der Universitäten in bestimmte, für die Versorgung der Bevölkerung wichtige Facharztrichtungen nachgedacht werden", sagte Petri.

Und: "Die Universitäten müssen sich der Verantwortung für die medizinische Versorgung in unserem Bundesland bewusst werden."

Nach Angaben von Petri könnte schon heute jeder dritte Hausarztsitz nicht mehr nachbesetzt werden. Und bis 2025 fehlen voraussichtlich über 800 Hausärzte. Allein der ambulante Bereich brauche jährlich einen Zuwachs von 65 Allgemeinmedizinern und weiteren 60 bis 70 spezialisierten Fachärzten.

Petri: "Insbesondere im ländlichen und hausärztlichen Bereich wird die ambulante medizinische Versorgung zunehmend schwieriger", erklärte Petri. (zie)

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Kommentare
Dr. Jürgen Groß 18.05.201314:15 Uhr

Sachsen-Anhalts Regierung dient dem Mammon

Jesus sagte einmal (Luk. 16, 13): „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon“. Und da macht man die Uni-Klinik Halle an der traditionsreichen Martin-Luther-Universität, eng verbunden mit der Leopoldina, zunichte?! Die Regierung hat ihren Namen nicht verdient!
Dr. med. Jürgen Groß, aufgewachsen an der Uni-Klinik Halle

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